Mitteldeutsches Handwerk im Fokus im Rahmen des Altmark-Tages auf der Mitteldeutschen Handwerksmesse

Mitteldeutsches Handwerk im Fokus im Rahmen des Altmark-Tages auf der Mitteldeutschen Handwerksmesse

Seit wenigen Tagen ist die Mitteldeutsche Handwerksmesse in Leipzig wieder ein beliebter Treffpunkt für handwerkliches Können. Rund 250 Aussteller präsentieren den BesucherInnen ihr können, darunter auch viele Handwerksbetriebe aus Sachsen-Anhalt. Auch die Handwerkskammern u. a. Sachsen-Anhalt, Südthüringen und Sachsen machen mit vielseitigen Branchen-Themen auf sich aufmerksam. Heute Mittag kamen mehr als 50 Gäste im Rahmen des Altmark-Tages am Sachsen-Anhalt-Stand in Halle 5 auf Einladung der Handwerkskammer Magdeburg und dem Regionalmarketing „Die Altmark. Grüne Wiese mit Zukunft.“ zusammen, um sich über Chancen und Herausforderungen im mitteldeutschen Handwerk auszutauschen.
Handwerk hat goldenen Boden, heißt es. Doch warum will heute kaum noch einer Handwerker oder Handwerkerin werden? Rund 20.000 Ausbildungsplätze konnten 2015 deutschlandweit nicht besetzt werden. Aus diesem Grund lud die Handwerkskammer Magdeburg und das Regionalmarketing „Die Altmark. Grüne Wiese mit Zukunft.“ im Rahmen des Altmark-Tages zu einem Austausch auf die Mitteldeutsche Handwerksmesse nach Leipzig ein. Im Podium waren Hagen Mauer, Präsident der Handwerkskammer Magdeburg, Volker Lux, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Leipzig, Helmut Adamy, Präsident der Handwerkskammer Südthüringen sowie einige Unternehmer altmärkischer Handwerksbetriebe wie z. B. Steinbildsetzer Sven Strauß und Rosemarie Lehmann von der Salzwedeler Baumkuchen GmbH.

Mit innovativen Ideen, Kreativität, Qualität und Know-how beweisen viele sachsen-anhaltische Betriebe, dass das Handwerk ein bedeutender Wirtschaftszweig ist. Doch ohne Nachwuchs- sowie Fach- und Führungskräften kann das Fortbestehen der Betriebe aus Handwerk und Dienstleistungssektor nicht gewährleistet werden. Vor allem die Unternehmen in den ländlichen Regionen, wie beispielsweise der Altmark in Sachsen-Anhalt, stehen darüber hinaus im personellen Wettbewerb mit den Betrieben in den Ballungsräumen, um Nachwuchs- sowie Fach- und Führungskräfte zu finden. „Wir stehen im engen Kontakt mit den regionalen Schulen und bieten Wochenpraktika an, damit das Handwerk für Jugendliche erlebbar wird.“, sagt Rosemarie Lehmann.

Egal ob Thüringen, Sachsen oder Sachsen-Anhalt - in Punkto Unternehmensnachfolge und Nachwuchskräftegewinnung haben die Bundesländer gleichermaßen ihre Herausforderungen. „Wir müssen weg vom übermäßigen Akademisierungstrend, wenn wir mehr Bewerber wollen.“, erklärt Helmut Adamy, Präsident der HWK Südthüringen. „Dieser Trend führe dazu, dass viele studieren, die vielleicht lieber eine Ausbildung machen würden.“ Aber auch am Image müsse man schrauben. „Wir müssen die jungen Menschen überzeugen, dass Handwerksberufe cool sind und sie auf verschiedene Art begeistern.“ so Volker Lux, Hauptgeschäftsführer der HWK zu Leipzig. Wer einen Ausbildungsplatz sucht, hat im Handwerk gute Chancen: In der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer sind derzeit 150 Ausbildungsplätze verzeichnet. „Schauen Sie in unsere Börse und die Lehrstellen-App, melden Sie sich bei unseren Ausbildungsberatern. Wir helfen gern“, so Hagen Mauer.
Aber nicht nur Nachwuchssorgen plagen die Betriebe, auch die Unternehmensnachfolge ist ein zentrales Thema der Kammern. Es fehlen nicht nur Auszubildende, sondern auch Chefs. Um das Fortbestehen der Betriebe aus dem Handwerk und Dienstleistungssektor zu gewährleisten, entstand 2015 das Projekt „Karriere im eigenen Land“ in Sachsen-Anhalt. Bis 2018 rechne man mit über 2.000 Betrieben in Sachsen-Anhalt, die aus Überalterung der Geschäftsleitung keine Nachfolger hätten. „Karriere im eigenen Land“ soll dem entgegenwirken und durch Öffentlichkeitsarbeit und gezielte Netzwerkarbeit junge Sachsen-Anhalter für das Thema Existenzgründung im Handwerk sensibilisieren. Das Projekt gehört zum Netzwerk Unternehmensnachfolge Sachsen-Anhalt und wird unterstützt von den Handwerkskammern Magdeburg und Halle (Saale) sowie der IHK Magdeburg und Halle-Dessau und weiteren Partnern. Mehr Infos gibt es auf www.karriereimeigenenland.de und http://grüne-wiese.altmark.eu/.